Bericht Kasachstan - Österreich:

13. Oktober 2011

Mit einem 4:1 Sieg gegen Aserbaidschan im Gepäck ging es für uns direkt von Baku über Almaty nach Astana. Hatten wir vor dem Flug ein wenig Angst mit einem veralteten „Russenbomber“ fliegen zu müssen, waren wir doch sehr überrascht den Flug mit namhaften Fliegern A la Boeing 767 antreten zu dürfen. Nach etwa 6 Stunden Flug mit Zeitverschiebung setzte unser Flieger problemlos in Astana auf.

Verwöhnt von den angenehmen Temperaturen in Baku überraschte uns das kühle Wetter in der kasachischen Steppe. Nachdem jeder sein Gepäck geholt hatte begab man sich in die Ankunftshalle wo wir bereits von unserem Chauffeur erwartet wurden. Unsere Reisegruppe nahm Platz im Bus und ab ging’s Richtung Hotel. Nach einigen Kilometern Fahrt konnten wir die ersten Gebäude der Stadt erblicken.

Beim Hotel angekommen war man sofort positiv überrascht über das große Hotel. Riesige Apartments mit 3 Zimmern, großer Badewanne und sonstigem Komfort standen uns zur Verfügung. Nachdem wir uns mit einem Willkommensdrink aus der Mini- Bar gestärkt hatten ging’s für uns sofort los auf Erkundungstour. Riesige Hotels (allerdings mit wenig Auslastung) reihten sich aneinander. Leider konnten wir nichts Brauchbares zum Fortgehen finden.

Als wir die Suche nach einem vergnüglichen Abend bereits abgeschrieben hatten, kreuzten wir unseren Weg mit 4 Jungen Kasachen.

Mit Händen und Füssen versuchten wir uns zu verständigen und Ihnen klar zu machen heute noch ein wenig feiern zu wollen. Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch begaben wir uns mit 2 der unbekannten Kasachen in ein Tanzcafé. Langsam aber doch klappte die Verständigung mit den 2 Kasachen besser und wir wurden sehr gastfreundlich im Lokal aufgenommen. Die 2 Jungs empfahlen uns Schaschlik, dazu trank man kasachisches Bier das mit Käse serviert wird. Danach bestellte man noch eine günstige Flasche Wodka und die Stimmung wurde immer ausgelassener. Die Blicke der Leute waren auf uns gerichtet und als es sich bis zum DJ durchgesprochen hatte, dass im Lokal Europäer saßen, versuchte er uns mit europäischer Musik zu beeindrucken. Wir konnten es kaum glauben, als fast alle im Lokal aufsprangen und plötzlich zu Modern Talking abgingen. Auch einige Leute von uns konnten sich nach regem Alkoholkonsum nicht mehr zurück halten und versuchten auf der Tanzfläche ihr Bestes zu geben. Nach mehreren Stunden verlangten wir nach der Rechnung. Die Kasachen wollten sofort unsere Rechnung übernehmen, was wir dankend ablehnten. Völlig überrascht von den moderaten Preisen (1 Flasche Wodka im Lokal ca. 7€) begab man sich zufrieden und erwartungsvoll zurück ins Hotel.

Für den darauffolgenden Tag organisierten wir auf eigene Faust eine Sightseeing-Tour durch Astana. Dank dem Nationalteam, das sämtlicher deutschsprechende Dolmetscher für sich beanspruchte, nahm uns eine junge, englischsprachige Reiseleiterin in Empfang. Im luxuriösen Kleinbus ging es quer durch die Stadt, wo sämtliche Sehenswürdigkeiten besichtigt wurden. Bei dem bekanntesten Wahrzeichen von Astana, dem Astana Tower, machten wir eine längere Pause und begaben uns auf die Spitze des Turms. Von oben hatten wir einen sehr schönen Ausblick über die gesamte Stadt bzw. über alle bedeutenden Bauten. Nachdem wir fast alles besichtigt hatten fuhren wir wieder zurück zu unserem Hotel und bereiteten uns auf das Abendprogramm vor. Gleich neben unserem Hotel befand sich ein Supermarkt wo einige Kleinigkeiten für unsere „Zimmer Party“ organisiert wurden. Völlig erfreut stellten wir im Geschäft fest, dass die Flasche Wodka umgerechnet knappe 2€ kostete. Mit einigen Flaschen im Gepäck begab man sich zurück zur Unterkunft und begann sich auf den Abend einzustimmen. Nach einigen geselligen Stunden im Zimmer packte uns wieder das Saturday-Night-Fever in Kasachstan.

Am Anfang leider wieder erfolglos auf der Suche in der weitläufigen Stadt, reichte es einem Mitglied und er versuchte kurzerhand einfach Autos zu stoppen und nach Fortgehmöglichkeiten zu fragen. 2 Kasachen Mitte 30 hielten mit einem neuen 5er BMW an und boten uns an mitzukommen. Nach kurzer Beratung einigten wir uns das Risiko einzugehen, da man am Vortag auch gute Erfahrungen gesammelt hatte. Die 2 Kasachen, einer Urologe mit spärlichen Deutschkenntnissen, der andere Türsteher, waren sehr freundlich und fuhren mit uns in eine gutbesuchte Bar. Zu acht setzten wir uns an einem Tisch an und bestellten munter. Immer besser kamen wir mit den 2 Kasachen und auch anderen Gästen des Lokals ins Gespräch. Nachdem man sich ausgetauscht hatte und nach einem denkwürdigen Abend fuhren uns die beide Kasachen auch wieder zum Hotel. Aber die Nacht sollte noch nicht vorüber sein.

Bevor es für uns auf die Zimmer ging unterhielten wir uns noch mit einem Russen in der Lobby des Hotels. Allerdings konnten wir uns nur mit Hilfe eines Kellners verständigen, da unser neuer Freund nur Russisch und Kasachisch sprach und kein Wort Englisch. Es dauerte nicht lang und wir bekamen puren Wodka spendiert und wir tranken bis in die Morgenstunden. Später erfuhren wir, dass es sich um einen Mitarbeiter des kasachischen Ministeriums handelte. Am nächsten Morgen fiel es uns allen schwer aufzustehen, denn wir mussten das Hotel bereits um 12 Uhr verlassen. Die Zeit bis zum Match am Abend überbrückten wir mit einem gemütlichen Aufenthalt in einem bodenständigen Steak-Restaurant. Nicht nur Speis und Trank waren hier ausgezeichnet sondern auch die Bedienung die im schönen Dirndl servierten.

Nun fuhren wir endlich zum Stadion und hofften auf einen gelungenen Fußballabend. Beim Stadion angekommen war man sehr beeindruckt von dem schicken, mit kitschigem Licht beleuchtetem Stadion. Das Stadion fasste 30.000 Zuseher und konnte komplett geschlossen werden. Nachdem sich die kleine Österreichische Abordnung im Stadion eingefunden hatte (so ziemlich die gleichen Leute die in Baku vertreten waren) begann man mit der Positionierung der Transparente. Nach mehrmaligen Umhängen fanden dann die Transparente auf den Sitzreihen ihre Plätze. Ca. 13.000, von denen ca 3.000 Polizei und Militär angehörten ließen sich das Spiel nicht entgehen.

Viel wurde an diesem Abend nicht von unsren Mannen geboten und man musste sich mit einem mageren 0:0 begnügen. Da es aber eh nur noch um die goldene Ananas ging war der Frust in unseren Reihen nicht all zu groß. Nach dem Spiel gings sofort zum Flughafen. Am Flughafen angekommen konnte man noch mit so manchen Spielern am Flughafen plaudern bzw. das ein oder andere Foto schiessen. Da unser Flug erst 5 Stunden nach dem Nationalteam flog versuchten wir die Zeit mit Schlaf, dem ein oder anderem Getränk oder über so mache Geschichten die man die letzten Tage erlebt hatte tot zu schlagen.

Nach 6 Stunden Flug war das Abenteuer Aserbeidschan und Kasachstan für uns 3 Pielachtaler erfolgreich abgeschlossen. 2012 wird uns Astana wieder sehen- und diesmal muss es 3 Punkte für uns geben!