Bericht Asabeidschan - Österreich:

19. Oktober 2011

Obwohl für unser Team der EM-Zug bereits abgefahren war, ließen es sich 3 Pielachtaler nicht nehmen, die Reise Richtung Asien anzutreten.

Ursprünglich buchten 7 Pielachtaler die Flüge nach Aserbeidschan bzw. Kasachstan, aufgrund der enttäuschenden Qualifikation stornierten aber 4 unserer Gruppe die Flüge und sparten sich bereits das Geld für die WM Qualifikation! Am Flughafen angekommen stachen uns sofort die Jungs von Oed- Zeillern ins Auge, die sich anscheinend schon am Vortag auf den Trip nach Aserbeidschan und Kasachstan einstimmten. Insgesamt umfasste die Reisegruppe 11 Leute, 3 Pielachtaler, 3 Patriots, 3 Oeder, 1 Steyrer und ein Fanclubloser.

Um 9.55 ging unser Flug mit Austrian Airlines Richtung Baku. Nach etwa 5 Stunden Flug, wo unter anderem die mächtige Kaukasus –Gebirgskette überflogen wurde, begann der Landeanflug auf Baku. Von oben konnten wir gut die Ölfelder und Bohrtürme vor der Stadt sehen. Am Flughafen selbst dauerte die Visumkontrolle eine kleine Ewigkeit. Ein sichtlich nervöser Kontrolleur schloss und öffnete nach belieben seinen Visumschalter.

Wie sich später herausstellte kann man in Baku überall mit längeren Wartezeiten rechnen, egal ob man auf den Kellner wartet oder sich beim McDonald´s anstellt. Nachdem die Formalitäten geklärt waren gings auch schon mit einem kleinen Bus Richtung Stadt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung nahm unser Busfahrer wohl nicht allzu ernst und so fuhren wir auf der gut ausgebauten Autobahn knappe 130 statt den erlaubten 80 km/h vorbei an riesigen Wohn- und Bürotürmen. Völlig perplex sahen wir Leute die einfach zu Fuss die Autobahn überquerten. Nur einmal während der ganzen Reise hatten wir mehr Angst und das war bei einer hektischen Taxifahrt durch das nächtliche Baku.

Dennoch kamen wir unversehrt im Hotel an und bezogen unsere Zimmer. Nach einer kleinen Stärkung mit alkoholischen Getränken machten wir uns auf eine Erkundungstour Richtung Meer. Einziges Hindernis waren die vielbefahrenen Straßen und die Autofahrer die keinen Spaß verstanden wenn Fußgänger auf ihrer Strecke herumliefen. Am Meer angekommen hatten wir einen guten Blick auf das große Hilton Hotel und ein schönes Einkaufszentrum. Anfangs dachten alle, wir könnten hier billiger einkaufen, doch der Wechselkurs von Manat und € steht 1:1 und dementsprechend waren auch die Preise. Auch fiel uns auf, dass die Frauen und Mädls sehr freizügig rumliefen. Miniröcke, kurze Kleider, 10cm Absätze und langes offenes Haar gehören in Baku zum Standard. Obwohl ein muslimisches Land sahen wir in Aserbaidschan fast nie Frauen mit Kopftücher und auch keine Moscheen außer in der Altstadt.

Als es schon relativ spät war beschlossen wir 2 junge Einheimische anzusprechen und über die Fortgehmöglichkeiten zu befragen. In halbwegs gutem Englisch unterhielten wir uns und sie begleiteten uns bis zur Partymeile von Baku wo sich Bars, Pubs und kleine Kellerdiscos aneinander reihten.

Jedoch an einem Donnerstag ist auch in Baku eher wenig los und so probierten wir noch einige Biersorten in der (übrigens deutschen, obwohl keiner Deutsch konnte) Otto-Bar. Am nächsten Tag hatten wir endlich die Möglichkeit die Stadt bei Tage zu besichtigen. Baku ist geprägt von moderner Architektur, schönen luxuriösen Parkanlagen und Geschäften mit westlichem Flair. Als wir am Strandboulevard entlang gingen merkten wir auch woher die Stadt ihren Reichtum hat. Ein beißender Geruch von Öl lag in der Luft und man hatte manchmal das Gefühl die leichte Brise vom Meer wirft einem Ölklümpchen ins Gesicht. Von einem Badeerlebnis raten wir ab, außer man mag es in Rohöl zu schwimmen. Eigentlich sollte das Kaspische Meer Totes Meer heißen, so verdreckt und verschmutzt wie das Wasser ist. Einige kleine Fische konnten wir dann doch finden, vermutlich Ölsardinen. Trotz des nicht gerade schönen Anblick des Meeres wollten wir unsere traditionelle Pielachtal-Bootstour nicht ins Öl… äh… Wasser fallen lassen.

Für 2 € konnten wir dann auch mit einem alten umgebauten Kanonenboot, dass nur mehr von der Lackierung zusammen gehalten wurde, für 30 Minuten in der Bucht von Baku rumsegeln. Nach dieser kleinen Bootsfahrt machten wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Das Bier gab´s für etwa 1 Manat und schon wurde der Rucksack damit befüllt. Nachdem wir den Einkauf ins Hotel gebracht hatten warteten wir auf den Bustransfer zum Stadion.

Nicht das große Stadion in Baku, das sich gerade im Umbau befindet , nein ein kleines Stadion in der Provinz etwa 40 Minuten entfernt war der Austragungsort. Dort waren vermutlich mehr Polizisten als heimische Fans positioniert. Ungefähr 40 Österreich Fans sammelten sich im Sektor, vertreten mit Transparenten waren neben uns Pielachtalern auch die UU99 aus Salzburg, Oed-Zeillern, Patriots, die Seidls, Absoulut, und Lieseln. Unsere Transparente durften wir leider nur im hinteren Teil des Sektors aufhängen, warum das wusste niemand. Auf der Längsseite waren auch noch ca. 40 Österreicher im Stadion vertreten, die „zufällig“ eine Schulung in Baku zu diesem Datum hatten. Als die Hymne der Heimmannschaft abgespielt wurde und einer der Österreichfans sitzen blieb, schritt sofort ein Offizier ein und maßregelte ihn. Trotz des kleinen Stadions und der dekadenten Polizeipräsenz war die Stimmung jedoch ausgezeichnet.

Zum Spiel:Unser Team begann druckvoll und man konnte klar erkennen das man das Spiel unbedingt gewinnen wollte.

Einige gute Chancen konnte man nicht verwerten. In der 27. Minute sah ein Spieler Aserbeidschans Rot für einen Torraub an Janko. Einige Minuten später erzielte der ins Team zurückgekehrte Andi Ivanschitz das 1:0 für Österreich. Ein Österreich Fan jubelte zu energisch und flog über die Absperrung direkt auf Spielfeld! Selbst die Spieler konnten sich einen Lacher nicht verkneifen. In der 2 Halbzeit scorten noch 2 mal Janko und der eingewechselte Junuzovic. Mit einem 4:1 Sieg verabschiedete sich unser Team von den mitgereisten Österreichern, 2 Trikots wurden in unseren Sektor geworfen. Anschließend mussten wir unter Druck der Polizei schnell das Stadion verlassen. Schnell gings zurück zum Bus und retour Richtung Hotel.

Unser Plan für den letzten Tag in Baku war: noch einmal die Altstadt zu besichtigen und den Abend in diversen Lokalitäten ausklingen zu lassen. Diesmal trafen wir einen Ungarn, der uns über Bars und Clubs in Baku aufklärte. Nach einigen Besuchen von diversen Bars und Clubs fanden wir ein gemütliches Bier-Pub wo wir ordentlich über den Durst tranken und das Spiel Liechtenstein gegen Schottland verfolgen konnten. Einige Schotten, die aus beruflichen Gründen in Baku waren fieberten intensiv mit der Partie mit. Als wir das Pub verließen und Richtung Hotel gingen trafen wir zufällig den sichtlich vom Alkohol gezeichneten Dorf Sommelier der Oeder, der aufgrund seines Jobs bestens mit edlen Tropfen vertraut ist. Obwohl bereits jeder nur mehr zurück ins Hotel wollte überredete uns der Sommelier und ging mit uns in eine noble Bar. Er klärte uns auf das hochwertiger Champanger, Wein usw. viel billiger als bei uns wäre. Nach einer peniblen Begutachtung bestelle er einen Guten Tropfen um ca 75 Euro. Laut Sommelier kostete die Flasche bei uns im Lande um die 200€.

Aufgrund der hochwertigen Bestellung wurden uns auch verschieden Nüsse und Obst serviert. Auch ein Mitglied von uns Pielachtalern, der den ganzen Abend alkoholfrei verbracht hatte konnte bei diesem Gläschen nicht nein sagen. Nach dem die Flasche geöffnet war schenkte uns der Sommelier gelernt ein. Unser Obmann griff nach dem ersten Schluck zu einer Pistazie und biss sich sofort einen Zahn aus. Keiner konnte sich einen Lacher ersparen, auch unser Obmann nahms mit Humor. Nachdem die Flasche geleert war (übrigends mit Red Bull gespritzt weil er ungenießbar war) gings zurück in unser Hotel. Bis Mittags hatte noch jeder Zeit sich auszuschlafen und wieder fit zu werden für die Reise nach Kasachstan.

Zufrieden und mit einem 4:1 Sieg im Gepäck begab man sich Richtung Flughafen und flog mit einem guten Gefühl nach Astana…